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Schulpastoral

 

Sommerstreitigkeiten

Heute ist Frau Sonne wieder sehr früh aufgewacht und erfreut mit ihren warmen Strahlen die Menschen auf der Erde. „Es ist so ein schöner Sommer! Ach, ist das schön, wenn die Sonne scheint“, hört sie die Leute sagen. Darüber freut sich Frau Sonne sehr und schickt besonders helle und warme Strahlen aus dem Himmel.

Da steht plötzlich Herr Regen vor ihr: „Ich finde, Sie waren nun lange genug an der Reihe. Jetzt bin ich mal wieder dran“, sagt Herr Regen vorwurfsvoll und versucht eine kleine Wolke vor die Sonne zu schieben, Aber die Sonne lässt sich nicht so einfach vertreiben. „Auf keinen Fall!“, sagt sie empört. „Es ist Sommer und in dieser Zeit bin ich dran, Herr Regen. Sparen Sie sich Ihre Tropfen für den Herbst auf.“

Herr Regen schüttelt energisch den Kopf: „Oh, nein, so geht es aber nicht! Auch im Sommer braucht die Natur Wasser. Sehen Sie denn nicht, wie nötig die Pflanzen, Felder und Wiesen meine Tropfen brauchen?“ Frau Sonne lässt sich nicht beirren: „Schauen Sie doch mal, wie fröhlich alle Menschen sind. Sie gehen nach draußen, lachen und haben Spaß in der Natur. Wenn es erst wieder regnet, dann werden alle wieder genauso mürrisch wie Sie, Herr Regen!“ Auch Herr Regen will nicht so einfach nachgeben und er schiebt wieder und wieder eine Wolke vor die hellen Strahlen. Frau Sonne drängt sie jedes Mal tapfer zurück. Sie streiten weiter und die Menschen auf der Erde beobachten besorgt, wie die Wolken mehrmals die Sonne verdrängen.

„Bestimmt gibt es gleich Regen“, mutmaßt ein älterer Mann und seine Frau pflichtet ihm bei. „Es wäre gar nicht schlecht, wenn es mal regnen würde, die Natur braucht schließlich Wasser.“ Ein anderer Mann schaut besorgt zum Himmel und meint, wenn es erst einmal wieder regnen würde, dann käme die Sonne bestimmt nicht so bald wieder zum Vorschein.

Das alles hören auch Frau Sonne und Herr Regen und können sich immer noch nicht einigen, wer von ihnen an der Reihe ist. Tapfer schiebt Frau Sonne jede Wolke von sich weg und scheint so schön sie kann.

Und Herr Regen? Der ist es plötzlich leid, weiter zu streiten. „Dann scheinen Sie mal schön weiter, Frau Sonne, ich lasse es trotzdem regnen!“. sagt er und schickt im selben Moment dicke Tropfen auf die Erde. Und während Frau Sonne eifrig weiter scheint und Herr Regen das Wasser aus den Wolken jagt, stellen sich die Menschen unter die Hausdächer oder spannen ihre Schirme auf.

Alle schauen gespannt zum Himmel und fragen sich, ob der Regen wohl lange anhalten wird. Dann hört man plötzlich begeisterte Stimmen. Die Leute staunen und rufen: „Oh, wie schön!“ und „Welch wunderschöne Farben!“ Denn Frau Sonne und Herr Regen haben durch ihren Streit etwas Wunderbares entstehen lassen: einen kräftigen Regenbogen, der in bunten Farben über den Himmel strahlt. Er ist so schön, dass sich sogar Frau Sonne und Herr Regen wieder vertragen und sie beschließen, noch ein bisschen weiter zusammenzuarbeiten, damit der Regenbogen noch lange am Himmel zu sehen bleibt.

Herr Regen sorgt an diesem Tag dafür, dass die Natur wieder Wasser bekommt und beschließt nach ein paar Stunden, sich wieder zurückzuziehen und eine Weile Pause zu machen.

So können die Menschen dann mit Hilfe von Frau Sonne den Sommer genießen und sie erzählen noch lange von dem wunderschönen Regenbogen.

Aus: Im Morgenkreis Sommer und Sonne begrüßen.

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